Henning Wagenbreth

9 / 5 / 2017

The Tobot Tower, a semiotic skyscraper
10. Mai bis 2. Juni 2017

Tobot-Bloks sind ein Satz von über 1300 Holzbausteinen, die mit Wörtern, Bildern, Zeichen und Ornamenten bemalt wurden. Das Akronym Tobot ist aus den Worten toy und robot zusammengesetzt. Die Tobot-Bloks sind zum einen ein Spielzeug mit dem man Wörter und Bilder kombinieren aber auch mechanistisch architektonische Strukturen bauen kann.

Ein Tobot-Blok ist zunächst nur ein Stück Holz. Sobald ein Begriff auf ihn gemalt wird, wird er zu einem Behälter von Unterbegriffen, Metaphern, Assoziationen, Urteilen und Gefühlen. Weil der auf das Holz gemalte Begriff abstrakt ist, wird der Tobot-Blok vom Betrachter mit konkreten Inhalten gefüllt. Mit welchen das hängt von dem mentalen Sprach- und Bildlexikon ab, das sich der Betrachter im Laufe seines Lebens zusammen getragen hat.

Die Bilder auf den Tobot-Bloks sind zwar konkreter, aber sie nähern sich in ihrer abstrahierten Form den Schriftzeichen wiederum an. Sie werden durch die Eliminierung von Räumlichkeit, die Reduktion auf die wesentlichsten Elemente und wenige Farben schnell lesbar gemacht. Diese Vereinfachung bereitet die Bilder auf die Begegnung mit den Wörtern vor.

Wie Würfel fallen Tobot-Bloks auf eine ihrer sechs Seiten. Im zufälligen Aufeinandertreffen von Wort- und Bildbausteinen entwickelt sich der Spaß am Spiel. Die Worte beschreiben und interpretieren die Bilder. Die Bilder kontextualisieren und illustrieren die Worte. Durch die Kombinationen entstehten banale und phantastische, politische und absurde, komische, rassistische, tragische und poetische Ideen. Unser Verstand scheint so angelegt zu sein, daß er in noch so sinnlosen Aussagen erstmal nach Sinn sucht.

Jenseits der rationalen Kontrolle des Denkens öffnen sich unbekannte, ja unvorstellbare Welten. Vielleicht nannten deshalb die alten Ägypter ihre Bilderschrift Hieroglyphen, Schrift der Gottesworte.